mobiles Röntgen


29. Mai 2019 - unser mobiles Röntgengerät


Wir freuen uns, bekannt geben zu können, dass wir ein neues Röntgensystem angeschafft haben. Dabei handelt es sich um die neuste Generation von DR-Systemen (Canon Wireless Detektor CXDI-810CW) . DR steht für „direct radiography“ und bedeutet, dass die beleuchtete Röntgenplatte das Bild direkt auf einen Bildschirm sendet, ohne dass ein Entwickler eingesetzt werden muss. Dies erlaubt eine sehr rasche Beurteilung des Bildes. Das System ist mobil, so dass wir wie bisher bei Bedarf auch in der Aussenpraxis qualitativ hochstehende Bilder anfertigen können, und zwar von sämtlichen Organen, also nicht nur Gliedmassen, sondern auch von Kopf, Hals und Rücken. Unser stationäres Röntgen bleibt jedoch weiterhin bestehen, da es nicht nur die qualitativ besten Bilder ermöglicht, sondern auch den Vorteil des optimalen Strahlenschutzes (Bleiwände) bietet, was in Ställen leider nicht gegeben ist und für allfällig vorbeispazierende Personen, insbesondere spielende Kinder eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellt. Zudem verfügen wir an der Klinik über deutlich bessere klimatische Bedingungen als es im Freien bzw. in den Stallungen der Fall ist.  Ausserdem muss oft, je nach erhobenem Befund, eine unmittelbare Therapie angeschlossen werden, die ebenfalls mit Vorteil unter Klinikbedingungen durchgeführt werden sollte (optimale Hygiene, genügend qualifiziertes Personal, überwachte Allgemeinanästhesie unter kontinuierlicher tierärztlicher Kontrolle, Videoüberwachung, etc etc).

 

Grundsätzliches zur bildgebenden Diagnostik: Röntgen und Ultraschalluntersuchungen, zusammen mit weiteren Untersuchungen wie Computertomographie (CT) oder Magnet-Resonanz-Computertomographie (MRT) stehen unter dem Sammelbegriff „Bildgebende Verfahren“ in der Medizin. Es sind sogenannte  weiterführende diagnostische Abklärungen, die heutzutage sehr oft eingesetzt werden. Sie erlauben eine visuelle Darstellung von Strukturen, die von aussen nicht sichtbar sind. Allerdings bleibt vorauszuschicken, dass eine bildgebende Untersuchung OHNE vorherige genaue klinische Untersuchung keine grosse Aussagekraft hat oder sogar zu Fehldiagnosen führen kann!  Deshalb muss oft VOR einer bildgebenden Untersuchung eine diagnostische Anästhesie Aufschluss darüber geben, ob eine radiologisch vorgefundene Veränderung überhaupt eine klinische Bedeutung hat. Leider ist es heutzutage in Mode gekommen, „alles mal zu röntgen“ in der Hoffnung, allfällige Veränderungen aufzudecken BEVOR sie klinisch relevant werden, insbesondere im Rahmen der Ankaufsuntersuchung. Dies ist ein gefährlicher Trugschluss, nicht nur wegen des finanziellen Aufwandes, sondern auch wegen der Gefahr einer Fehldiagnose, wenn nicht gleichzeitig eine korrekte klinische Untersuchung vorgenommen wurde. Deshalb empfehlen wir immer, das Tier zuerst klinisch untersuchen zu lassen und nicht „nur Röntgenbilder erstellen“ zu lassen.